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Newrozfest am Montag, den 26.03.2012

Frohes Neues Jahr & CEJNA WE PÎROZ BE!

Wann:  am Montag, den  26. März 2012
Wo: Königstr. 88
53115 Bonn

Großer Saal in der ESG- Bonn
Einlass 17:30 /  Beginn: 18:00 Uhr

 

Thematsicher Hintergrund

Newroz wird am 21. März gefeiert. ,,Newroz" heißt wörtlich ,,der neue Tag" und hat sich aus den Wörtern ,,nu" (neu) und ,,roj" (Tag) entwickelt.

Als Fest der Wiedergeburt erlangte es zuerst bei den Kurden Bedeutung. Das Newrozfest ist wahrscheinlich das älteste kurdische Fest. Es wurde erstmals 612 v.Chr. in den Kusi- und Med-Reichen gefeiert und jährt sich damit dieses Jahr zum 2624 Mal.

Newroz wurde und wird als Beginn eines neuen Jahres, wenn der Winter vorbei ist und der Frühling kommt, gefeiert. Der harte kurdische Winter, ist vorüber, die Tiere erwachen aus ihrem Winterschlaf, die Blumenwelt erblüht und die prallen Wasserfällen, Bäche und Flüsse rauschen wieder und geben damit der paradiesischen Landschaft Kurdistans ihr typisches Aussehen. Die Menschen fühlen sich wie neu geboren und schöpfen neue Kraft für ihr hartes Leben.

Es wurde bereits viel über den mythologischen, volkskundlichen und in neuerer Zeit insbesondere über den politischen Hintergrund des Newrozfestes geschrieben. Dadurch, dass sich mit der Zeit das Wissen des kurdischen Volkes über das Newrozfest vergrößerte, wurde auch der Inhalt des Festes ständig bereichert. Im Jatire 999 schrieb der berühmte Historiker Firdewsi ein Epos, welches unter dem Namen ,,Shanamey Firdewsi" bekannt wurde. Er berichtet dort ausführlich über das Newrozfest und die Kurden.                                            

Auch das Werk ,,Newrozname" von Omar Chayam schildert das Newrozfest. Das gleiche gilt für das 1597 erschienene Buch ,,Scherefname" von Bitlis Scherefxan über die Geschichte der Kurden und Osmanen.    Das Epos ,,Mem u Zin" von Ehmade Xani beschreibt ebenfalls, wie Newroz von den Kurden gefeiert wird und wie die Kurden mit dem Einzug des Frühlings zu neuem Leben erwachen.                                     

Zum mythologischen Hintergrund des Newrozfestes ist zu bemerken, dass die unterschiedlichen Auslegungen über die Ursprünge von Newroz darauf zurückzuführen sind, dass die Menschen in den verschiedenen Gegenden des Landes das Fest um ihre jeweils eigenen Bräuche erweitern und damit bereichern, sodass sich natürlich unterschiedliche Entwicklungen ergeben.
Die eigentliche Geschichte des Newrozfestes in seiner noch heute gültigen Bedeutung als Symbol der Freiheit geht zurück auf den Tag, als sich das Volk von der Unterdrückung des grausamen Herrschers Dehok befreite. Die Legende erzählt, dass Dehok, der sogar seinen Vater umbrachte, sich durch die Ermordung des damaligen Herrschers Camsid an die Macht gebracht hatte. Eines Tages wuchsen ihm zwei Schlangen aus seinen Schultern. Verzweifelt bat er Ärzte und Weisen aus dem ganzen Land um Hilfe. Einmal wurde ihm empfohlen, er solle die Schlangen täglich mit den Gehirnen von zwei jungen Menschen füttern, das würde sie vielleicht töten. So gab Dehok seinen Wächtern den Befehl, täglich zwei junge Menschen umzubringen. Hass und Abscheu regten sich unter dem Volk, doch es war wehrlos. Dank einiger mitfühlender Wächter des Dehok, wurden jeden Monat 30 junge Menschen vor dem grausamen Tod bewahrt, indem man den Schlangen statt zwei Menschenhirnen ein Schafshirn und ein Menschenhirn zum Fressen gab. Hunderte mussten in die Berge flüchten.

Kawa, der bekannte Held der Newroz-Mythologie, brach eines Tages das Schweigen des Volkes und organisierte den Widerstand gegen die Despotenherrschaft. Die eigentliche Heldenrolle kommt jedoch Kawa zu, denn ihm gelang es, das Volk zum Widerstand zu bewegen und es so zu befreien. Der Sturz des Dehok machte der Grausamkeit und dem Leid ein Ende. Aus der Freude, diese harte Zeit überwunden zu haben und aus dem Bedürfnis heraus, dieses große Ereignis zu feiern, wurde das Newrozfest geboren.

Es wird ewig als Tradition bewahrt bleiben. Wenn Newroz naht, werden in Kurdistan große Feuer entzündet. Da Kawa, um das Eisen zu schmieden, mit dem er zum Kampf aufrief, Feuer brauchte, wurde dieses Feuer zu einem wichtigen Symbol für Newroz. Auch soll Kawa nach der Befreiung des Volkes auf einen hohen Berg gestiegen sein und dort ein großes Feuer entzündet haben, um den Sieg zu verkünden.

Die politische Bedeutung von Newroz heute:

In jüngster Zeit war Newroz immer wieder mit Tragödien und Niederlagen, aber auch mit dem Sieg der Freiheit und mit Hoffnung verbunden. So bombardierte die irakische Luftwaffe zur Newrozzeit des Jahres 1988 die kurdische Stadt Halabja mit international verbotenen Chemiewaffen. 5.000 Zivilisten wurden dabei getötet, weitere tausende verwundet.

1991 kam es zur Newrozzeit zu einem großen Volksaufstand in Südkurdistan (,,lrakisch"-Kurdistan), in dessen Folge es den Kurden gelang frei zu feiern. Ende März startete der irakische Diktator Saddam Hussein eine Großoffensive und vertrieb ca. 4 Millionen Kurden aus ihren Städten und Dörfern in Richtung iranische und türkische Grenze. Das Newrozfest 1992 stand unter dem Zeichen der bevorstehenden ersten freien Wahlen in Kurdistan, die am 19. Mai abgehalten wurden.

Doch trotz der viel zitierten Uneinigkeit, die unter den Kurden in mancherlei Hinsicht herrschen mag, verbindet sie doch eine Hoffnung, die ihnen niemand wegnehmen kann: die Hoffnung, dass das kurdische Volk den Wintergut überstehen wird und in allen Teilen Kurdistans ein freies und vor allem friedliches Newrozfest feiern kann.

In diesem Sinne feiern auch die Kurden im Ausland Arbeitsemigranten, Studenten, Asylbewerber - das Newrozfest, denn sie wollen die Tradition bewahren und ihre Solidarität mit ihrem Volk daheim in Kurdistan zum Ausdruck bringen.

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